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Sprache im Wandel der Zeit - Lyrik trifft Jugendsprache


Dreizehn Schülerinnen und Schüler der Klasse fünf spielten gemeinsam mit Lehrerin
Michaela Rieth am Montag, dem 17.07. in der Aula der Oberwaldschule Aue vor rund
120 Schülern und Lehrern das selbst entwickelte Theaterstück "Goethe trifft Revolverheld
– Lyrik in Szene" unter der Leitung der freien Theaterpädagogin und Schauspielerin Silke
Karl, Theater vis-à-vis aus Pforzheim. Am Nachmittag gab es eine zweite öffentliche
Vorstellung vor rund 30 weiteren Gästen.


Die Banden "Club der lebenden Dichter" und "Big Daddy's Rapper-Gang" sorgen für
Schlagzeilen. Ihre Sprache ist so unterschiedlich wie ihr Leben. Ein Kampf der beiden
Banden scheint unausweichlich. Doch es gibt auch heimliche Sympathien unter den
Jugendlichen. Da schlägt die beliebte Nachhilfelehrerin Waltraud Schöne einen Battle
der sprachlichen Künste vor. Ob das gutgeht?


Gerade noch trug Sophia, die Anführerin des Dichterclubs, gespielt von Lena, erst
pathetisch, dann berührend ein Gedicht von Heine vor und im nächsten Moment
stürmten drei weitere Jugendliche als Vertreter der modernen Jugendsprache mit
einem chorischem Sprechgesang durchs Publikum, bevor sie mit kurzen Breakdance-
Einlagen die Bühne rockten und die begeisterten Gäste mitriss. Bei so viel Pathos und
Emotionen sorgte Hausmeister Krause, gespielt vom zwölfjährigen Levis mit seinen
wiederkehrenden Auftritten und den Worten "Keine Sorge, Frau Schöne, alles wird gut!"
immer wieder für allgemeine Erheiterung.


Mutig, witzig und berührend spielten die jungen Darsteller ihre Rollen, die Karl jedem
von ihnen auf den Leib zuschnitt. Sie nahmen die Zuschauer mit in die Welten zweier
Gruppen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Doch wie im echten Leben baute
auch hier die Liebe Brücken über alle Konflikte hinweg.


"Es sind besondere Momente, wenn Schüler den Mut haben, klassische Gedichte von
Goethe oder Heine auf der Bühne so lebendig vorzutragen, als erlebten sie das
Gesagte selbst gerade", so Karl. Als Belohnung erhielten die Darsteller mehrfachen
Szenen- und anhaltenden Schlussapplaus und das gute Gefühl, etwas
Außergewöhnliches geleistet zu haben.


Ist es eine Kampfansage an den Sprachverfall ? Der Begriff "denglisch" ist in aller
Munde, der sprachliche Wandel unaufhaltsam. Doch mit den Mitteln des Theaters wird
hier die Lust geweckt, mit Sprache kreativ umzugehen, Altes zu pflegen, Neues zu
integrieren und das eigene Sprachrepertoire zu erweitern. Theatrale Sprachförderung –
nachhaltig und lebendig.


Und was meint die Jugend zu alledem? "Was spielen wir nächstes Jahr, Frau Karl?"
meinte Tim, der einen sensiblen Dichter darstellte, als die letzten Gäste die Aula
verließen.


Das Theaterprojekt wurde vom Kulturamt Karlsruhe mit den Mitteln aus "Kooperation
Schule und Kultur" gefördert. Eine Fortsetzung im nächsten Schuljahr wird angestrebt.
Interessierte Förderer wenden sich bitte direkt an die Schulleiterin Andrea Hunzinger.

Text: Silke Karl


 

 

 

 
 







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